Aus der Mediationspraxis

Verantwortung ohne Entscheidungskompetenzen …oder „Pflichten ohne Rechte“

Eine Führungskraft wird mit der Aufgabe betraut, Ordnung und Struktur in den Bereich hineinzubringen. Obwohl die Person sicher die Fähigkeit hat, die Aufgabe zur Zufriedenheit zu erfüllen, bleibt der Erfolg aus, auch bei wiederholten Anläufen... Enttäuschung auf allen Seiten! Bei den Vorgesetzten, weil „man sich so geirrt hat“, bei der Führungskraft, weil „ich es doch eigentlich kann“ – und bei den Mitarbeitern, weil „wir nicht mehr wissen, wo es lang gehen soll“… Die Stimmung wird zusehends angespannter, Fehler nehmen zu, ärgere Konsequenzen werden oft nur mit „Feuerwehraktionen“ verhindert… Da sich die ehemals hoch gelobte Führungskraft nicht bewährt, wird sie schließlich ausgetauscht und jemand Neuer gefunden, der die erforderlichen Voraussetzungen mitbringt. Völlig überraschend … wiederholt sich das Spiel - vielleicht noch ein drittes Mal, ein viertes Mal – spätestens jetzt dämmert es dem einen oder anderen Vorgesetzten, dass die Entwicklung „wohl etwas mit unserem Verahlten zu tun hat“.

dieMediatoren.at wurden zugezogen, um die immer wiederkehrenden Konflikte mit den Führungskräften einmal grundlegend zu lösen. Wie sich in der Konfliktdiagnose rasch zeigte, hatten diese Konflikte ihre Wurzeln nicht bei den handelnden Personen. Vielmehr bestand ein krasses Missverhältnis von Rechten und Pflichten, von übertragener Verantwortung und zugewiesener Entscheidungskompetenz. Die eingesetzten Führungskräfte mussten in dieser Konstellation an der Aufgabe scheitern, weil sie einfach nicht mit den notwendigen Kompetenzen ausgestattet worden waren, um die Aufgabe zu lösen!